Burn-Out-Symptome haben verschiedene Gesichter

Menschlicher Kopf mit einem Schriftzug - Burnout

Experten schätzen, dass heutzutage etwa vier Millionen Personen in Deutschland an einem Burn-Out-Syndrom leiden. Jedoch erhalten nicht einmal zehn Prozent der Betroffenen professionelle Hilfe. Dieses ist bedenklich, denn ein unbehandelter Burn-Out kann nicht nur die Lebensqualität reduzieren, sondern auch Grund für einen Suizid sein.

Wie man heutzutage weiß, kann ein Burn-Out jeden treffen: einen schwerreichen Manager ebenso wie einen umjubelten Fußballspieler. Ebenso verschieden wie die Personen sind, die unter einem Burn-Out zu leiden haben, ebenso unterschiedlich können auch die Burn-Out-Symptome ausfallen. Grundsätzlich lassen sich Burn-Out-Symptome in eine körperliche und eine seelische Komponente unterteilen.

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Zu den seelischen Burn-Out-Symptomen zählen beispielsweise tiefe Traurigkeit, Freudlosigkeit, sozialer Rückzug bis hin zu einer Isolation oder auch Suizidgedanken.

Körperliche Burn-Out-Symptome beginnen bei Herzrasen und reichen von Konzentrationsschwierigkeiten über Potenzprobleme bis hin zu Schwindel und Kraftlosigkeit. Diese Liste könnte sich beliebig fortsetzen lassen. Die Symptomatik kann von Mensch zu Mensch komplett unterschiedlich ausfallen.

Warum handelt es sich bei einem Burn-Out nach wie vor um ein Tabuthema?

Die Gründe hierfür können sehr vielfältig sein. Oftmals lassen sie sich mit Vorurteilen und Unwissenheit in Verbindung bringen. Nach wie vor haben psychische Störungen in unserer heutigen, eigentlich aufgeklärten Zeit, ein denkbar schlechtes Image. Viele betroffene Personen empfinden ihr Burn-Out als persönliches Versagen und wenden sich aus Scham nicht an einen Arzt. Dieses Verhalten ist bei Männern sehr viel häufiger zu beobachten als bei Frauen. Auch wenn man von immer mehr Personen des öffentlichen Lebens hört, die unter einem Burn-Out leiden, kann auch diese Tatsache nichts daran ändern, dass ein Burn-Out von Betroffenen selbst als Makel betrachtet wird.

Sollte ein Patient dann doch noch den Weg in die Arztpraxis finden, bedeutet dies jedoch noch lange nicht, dass er dort auch tatsächlich adäquate Hilfe finden wird. Vielfach erkennen Hausärzte die Erkrankung trotz offensichtlicher Burn-Out-Symptome nicht und stellen entsprechende Ausweisdiagnosen. Man geht davon aus, dass etwa die Hälfte der Patienten erleben muss, dass der Arzt das Burn-Out nicht erkennt. Allen Burn-Out-Symptomen ist gemeinsam, dass sie Depression Symptomen ebenso ähnlich sein können wie den Anzeichen für das Chronische Erschöpfungssyndrom. Diese Tatsache macht es selbst für Fachärzte schwierig, einen Burn-Out als solchen zu diagnostizieren.

Auch wenn der Arzt eine psychische Störung diagnostiziert, kann bereits die nächste hohe Hürde auf dem Weg zur Heilung oder Besserung drohen: Eine optimale Behandlung, die auf einer Psychotherapie basiert und zusätzlich mit Antidepressiva verbunden ist, erhalten hierzulande weniger als zehn Prozent der Betroffenen, was verheerende Folgen für die Betroffenen selbst und deren Umfeld haben kann.

Erste Warnzeichen, die auf einen Burn-Out hindeuten können

Die Diagnose Burn-Out-Syndrom gestaltet sich auch für Therapeuten und Ärzte nicht immer als einfach, denn sie sind einzig und allein auf Informationen angewiesen, die von den Patienten verbal ausgedrückt werden. Zwar existieren verschiedene Checklisten, mit deren Hilfe ein Burn-Out vermutet werden kann, klare Messwerte für diese psychische Erkrankung gibt es bisher jedoch nicht.

Da es sich bei einem Burn-Out-Syndrom um eine äußerst komplexe Erkrankung handelt, ist es gut, wenn man die typischen Warnzeichen kennt. Mangelnder Antrieb, eine gedrückte Stimmung und tiefe Freud- und Interesselosigkeit zählen zu den drei Kernsymptomen eines Burn-Outs. Um wirklich von einem Burn-Out sprechen zu können, müssen mindestens zwei der drei genannten Anzeichen vorhanden sein.

Zusätzlich zu den genannten Hauptsymptomen können weitere Symptome hinzukommen, wie beispielsweise Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, ein vermindertes Selbstwertgefühl, Appetitlosigkeit oder große Schuldgefühle.

Wenn diese Symptome über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen bestehen, sprechen Ärzte nicht mehr von einer depressiven Verstimmung, die beispielsweise eine Reaktion auf aktuell belastende Lebensumstände sein kann, sondern bereits von einem Burn-Out.

Auch wenn ein Burn-Out klare Signale abgibt, können die Übergänge zwischen einem Stimmungstief, einer vorübergehenden Erschöpfung und einem Burn-Out, der behandlungsbedürftig ist, fließend sein. Ein entscheidendes Kriterium ist daher, wie sehr der Betroffene selbst unter der jeweiligen Symptomatik leidet. Grundsätzlich müssen bei einem Burn-Out nicht die Diagnose, sondern die Burn-Out-Symptome behandelt werden.

Kein Burn-Out verläuft wie der andere. Dies macht sich beispielsweise an den unterschiedlich ausgeprägten Burn-Out-Symptomen bemerkbar. Ebenso wenig lässt sich auch nicht ein einziger Auslöser identifizieren, der stets zwangsläufig zu Burn-Out-Symptomen führen muss. Bei der Ursachenforschung spielen daher immer sowohl neurobiologische als auch psychosoziale Faktoren eine große Rolle.
Symptome des Burn-out Syndroms (Infografik, Diagramm)

Burn-out Symptome

Folgt man dem Diagnoseschlüssel der ICD („vital exhaustion“) und legt man die Forschungsergebnisse zur Diagnose des Burnout-Syndroms seit Mitte der 1970er Jahre zugrunde, lassen sich die Symptome aus den wichtigsten validierten Testverfahren ableiten (siehe Abschnitt „Diagnose und Fragebögen“). Ausgangspunkt ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Maslach Burnout Inventory (MBI). Dieses wurde unter anderem durch das Copenhagen Burnout Inventory (CBI) und das Oldenburg Burnout Inventory (OLBI) modifiziert, aber im Kern nicht verändert. Auf dieser Grundlage lassen sich die Symptome in drei Kategorien (Dimensionen) einteilen…

Quelle: http://de.wikipedia.org

Eine Überforderung als Burn-Out-Symptom und nicht als Auslöser

Misserfolge, Konflikte im Beruf oder der Partnerschaft, Überforderung oder ausgeprägte Verlusterlebnisse können als psychosoziale Auslöser für Burn-Out-Symptome in Frage kommen. Jedoch werden vielfach die Lebensumstände als Ursache für das Entstehen einer psychischen Erkrankung überschätzt. So kann ein Burn-Out auch bei einer entsprechenden erblichen Veranlagung ohne klaren äußeren Auslöser beginnen. Sobald sich erste Burn-Out-Symptome einschleichen, suchen viele Patienten natürlich nach offensichtlichen Gründen. Körperliche Beschwerden, Sorgen und Probleme werden durch die subjektive Lupe stark vergrößert wahrgenommen und als eigentlicher Grund für die Burn-Out-Symptome angesehen. Während der akuten Krankheitsphase ist es typisch, dass alle Empfindungen und Missempfindungen sowie alltäglichen Probleme als nahezu unerträglich empfunden werden. Ein Gefühl der Überforderung ist bei einem Burn-Out jedoch auch vorhanden, wenn keine objektive äußere Überforderung vorangegangen ist. Jeder Betroffene fühlt sich erschöpft, denn dies ist ein zentraler Teil der Erkrankung. Sobald die Burn-Out-Symptome dann behandelt wurden und nach und nach abklingen, ist es dem Betroffenen auf einmal möglich, die gleichen Probleme wie zuvor schnell zu bewältigen.

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Die genetische Veranlagung ist als Ursache für Burn-Out-Symptome ein wichtiger Risikofaktor

Hierbei ist es wichtig, zwischen Auslöser und einer Veranlagung zu unterscheiden. Bei der Veranlagung ist das Risiko erhöht, im Laufe des Lebens an Burn-Out-Symptomen zu erkranken. Diese kann entweder genetisch bedingt oder im Laufe des Lebens erworben worden sein. Jedoch bedarf es zum Ausbruch eines Burn-Outs noch äußere Umstände. Somit lässt sich eine Hälfte des Risikos aus der individuellen Genetik eines Menschen erklären, die andere aus der Interaktion zwischen den Genen und der Umwelt.

Wie kann bei Burn-Out-Symptomen geholfen werden?

Sollte man unter Burn-Out-Symptomen leiden, ist es sehr wichtig, dass man versteht, dass ein Burn-Out eine Erkrankung ist, die behandelt werden muss, aber auch kontrolliert werden kann. Von großer Bedeutung ist es jedoch, sich an einen Facharzt zuwenden, der die eindeutige Diagnose Burn-Out stellen kann. Darauf sollte sich eine Gesprächstherapie anschließen, um mögliche Gründe für das Auftreten der Burn-Out-Symptome zu erfahren. Auf diese Weise können die Ursachen für das Auftreten des Burn-Outs beseitigt werden. Begleitend hierzu haben sich verschiedene Psychopharmaka bewährt, die zu einer Linderung der Burn-Out-Symptome beitragen können, sodass die Lebensqualität des Betroffenen wieder erhöht wird.

Burn-out Vorbeugung (Infografik, Diagramm)

Burn-out Vorbeugung

Das Hauptproblem für die Entwicklung wirksamer Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung besteht darin, dass der Burnout nicht als Krankheit mit klar definierten Symptomen und Ursachen anerkannt ist (siehe Abschnitt ICD). Mediziner raten zu Entspannungs-, Atem- und Meditationsübungen.

Quelle: http://de.wikipedia.org

14 Gedanken zu „Burn-Out-Symptome haben verschiedene Gesichter“

  1. besonders interessant finde ich den Hinweis in diesem Artikel, dass Hausärzte mit der Problematik Burnout oft überfordert sind. Das ist auch nachvollziehbar, denn Burnout ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die in dieser Form auch noch nicht allzu lange existiert. Bei der Behandlung meines Burnouts wurde mir auch deutlich gemacht, dass Burnout nicht in erster Linie psychische Ursachen hat. Zu einem Burnout kommt es durch stressbedingte Schädigungen des Körpers, welche ein Energiedefizit zur Folge haben und somit die psychischen Folgen nach sich ziehen. Dies lässt sich von spezialisierten Ärzten und Heilpraktikern labortechnisch überprüfen und somit als Ursache ermitteln. Somit sollten sich Burnout-Betroffene auch nicht als psychisch Krank betrachten.

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