Soziale Phobie: Die Angst vor anderen Menschen

Der Alltag eines Menschen bringt es mit sich, dass er von Mitmenschen umgeben ist. In der Regel ist es ein natürlicher Trieb eines Menschen, sich in Gruppen zu integrieren und ein soziales Netzwerk aufzubauen. Es kann jedoch passieren, dass Menschen im Beisein anderer Personen Angstgefühle erleiden. In diesem Fall ist eine soziale Phobie der Grund.Eine soziale Phobie ist eine anerkannte Krankheit, die sich beispielsweise durch Panikattacken äußern kann. Experten schätzen, dass etwa zwei bis acht Prozent der Bevölkerung hierzulande an einer sozialen Angststörung zu leiden haben, die in den Bereich der Neurose einzuordnen ist. Besonders häufig von einer solchen Angststörung sind Personen betroffen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, die manisch depressiv geprägt ist.

Ursache für das Auftreten einer sozialen Phobie

Im Grunde begünstigt ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren das Auftreten einer sozialen Phobie. Zum einen kann es sein, dass eine genetische Veranlagung vorliegt, schnell Angstgefühle zu entwickeln, die durch äußere Einflüsse, wie beispielsweise negative Erfahrungen mit Mitmenschen, verstärkt werden. Betroffene Personen schotten sich in diesen Fällen vielfach von anderen Personen ab, was auf lange Sicht eine soziale Isolation zur Folge hat.

In einer Gruppe muss die eigene Identität immer wieder auf die Probe gestellt werden. Zudem gilt es, sich durchzusetzen und seinen eigenen Standpunkt zu vertreten. Vielfach tritt die Angst vor Menschen daher bei Personen auf, die sich im Allgemeinen sehr viele Sorgen machen oder ein stark reduziertes Selbstwertgefühl haben. Personen, die unter einer sozialen Phobie leiden, befürchten, von ihren Mitmenschen ausgelacht oder zurückgewiesen zu werden.

Typische Symptome bei einer sozialen Phobie

Eine soziale Phobie hat viele Faktoren mit allen anderen Angststörungen gemeinsam. Bei ihr handelt es sich im Grunde um eine natürliche Reaktion des Körpers, da die Situation subjektiv als bedrohlich empfunden wird. Auf diese Wahrnehmung antwortet der Körper mit den verschiedensten Symptomen:

  • leichtes Erröten
  • Zittern
  • Atemnot
  • Magen- und Darmprobleme
  • Schwitzen
  • Stottern
  • Druckgefühl in der Brust

Zudem können Panikattacken auftreten, die in der Regel mit Schwindelgefühlen, Schmerzen im Brustbereich und einer schnellen Atmung verbunden sind.

Diagnose einer sozialen Phobie

Die Diagnose einer sozialen Phobie wird von einem Arzt gestellt, wenn die oben genannten Symptome auftreten und sich hierfür keine körperlichen Ursachen feststellen lassen. Personen, die unter einer sozialen Phobie leiden, haben oftmals nicht nur Angst vor großen Menschenmengen, sondern fühlen sich bereits in kleinen Gruppen sehr unwohl und unbehaglich. Symptomatisch ist es zudem, dass die Angst permanent gegenwärtig ist und den Alltag des Betroffenen mehr und mehr bestimmt. Spätestens, wenn der Betroffene die phobische Störung selbst als Einschränkung in seinem Alltag bezeichnet, ist eine Therapie empfehlenswert. Bleibt die soziale Phobie unbehandelt, kann ein verhängnisvoller Kreislauf entstehen: Der Betroffene steigert sich immer mehr in sein phobisches Verhalten und empfindet dann bereits Angst vor der Angst. Erste Abhilfe hierbei können Psychopharmaka und Beruhigungsmittel verschaffen, die von einem Arzt verschrieben werden können. Darüber hinaus konnten gute Erfolge mit einer Verhaltens- und Gesprächstherapie erzielt werden. In dieser können unter Umständen auch die Ursachen für das Auftreten der sozialen Phobie festgestellt werden. Allein durch die Vergabe von Medikamenten können lediglich die Symptome abgeschwächt, aber nicht die Ursachen für die soziale Phobie gefunden werden.

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