Manisch depressiv: Ein Leben zwischen zwei Welten

Wenn eine Person manisch depressiv ist, bedeutet dies, dass sie unter einer Bipolaren Störung leiden. Eine Erkrankung, die manisch depressiv geprägt ist, äußert sich dadurch, dass der Betroffene immer wieder zwei bestimmte Phasen durchleben muss: zum einen eine manische Phase und zum anderen eine depressive Phase.

Während der manischen Phase wird der Betroffene besonders kreativ und strotzt förmlich vor Energie, hat Tausende Ideen im Kopf und benötigt kaum Schlaf. Während der depressiven Phase verhält es sich genau umgekehrt: Der Erkrankte erreicht seine gewöhnliche Tagesform nur sehr schwer, leidet unter Schlafstörungen und dauerhafter Müdigkeit sowie Antriebslosigkeit.

Die manische Phase

Auf den ersten Blick scheint eine manische Phase nicht so schlimm zu sein, denn schließlich zeigt der Betroffene sehr viel Energie und Elan. Jedoch neigen Personen, die sich in einer manischen Phase befinden, dazu, sich selbst zu überschätzen und rücksichtslos mit ihrem sozialen Umfeld umzugehen. Während dieser Phase müssen vor allem nahestehende Personen unter den Energieschüben der Betroffenen leiden. Während einer manischen Phase verliert der Betroffene oftmals die Fähigkeit, sein Handeln und die damit verbundenen Konsequenzen richtig einzuschätzen. Vielfach treten in dieser Phase drastische Fehlentscheidungen auf; so leistet sich der Betroffene häufig teure Anschaffungen oder schließt riskante finanzielle Unternehmungen ab, auch wenn er grundsätzlich nicht die nötigen finanziellen Mittel dafür hat. Es kommt daher immer wieder vor, dass Familien mit manisch depressiven Angehörigen innerhalb kurzer Zeit in den finanziellen Ruin getrieben werden.

Die depressive Phase

Jeder manischen Phase schließt sich auch eine depressive Phase an. In dieser depressiven Phase erleben der Betroffene und sein Umfeld genau das Gegenteil einer manischen Phase. Der Erkrankte ist sprichwörtlich zu nichts zu motivieren, vernachlässigt seine beruflichen und privaten Verpflichtungen und möchte sich am liebsten „die Decke über den Kopf ziehen“. Während einer solchen Phase fällt es betroffenen Personen sichtlich schwer, sich zu irgendwelchen Aktivitäten aufzuraffen. Selbst das Zubereiten eines kleinen Frühstücks bedeutet für einige Betroffene eine körperliche und geistige Höchstleistung.

Welche Symptome sind typisch für eine manisch depressive Erkrankung?

Für eine Bipolare Störung, die unter den Begriff Neurose einzuordnen ist, sind folgende Symptome während der manischen Phase typisch:

  • gesteigertes Redebedürfnis
  • verringertes Schlafbedürfnis
  • Züge von Größenwahn, d.h. eine starke Überschätzung der eigenen Möglichkeiten
  • Betroffene sind leicht abgelenkt und zerstreut
  • das Denken ist sprunghaft
  • gesteigerte Aktivität, beispielsweise bei der Arbeit oder in finanziellen Belangen

Betroffene erleben immer wieder einen Wechsel zwischen einer manischen und einer depressiven Phase. Während der depressiven Phase sind – neben einer Angststörung – folgende Anzeichen häufig zu beobachten:

  • Antrieb ist stark vermindert
  • Selbstbewusstsein ist stark reduziert
  • gedrückte Stimmung
  • unter Umständen Selbstmordgedanken
  • Panikattacken
  • Soziale Phobie

Welche Ursachen kommen für eine manisch depressive Erkrankung in Frage?

Bisher konnte keine pauschale Ursache für das Auftreten einer manischen depressiven Erkrankung identifiziert werden. Die Auftretenswahrscheinlichkeit hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Vererbung kann jedoch ein Faktor sein, der zum Auftreten einer Bipolaren Störung führt.

Therapiemöglichkeiten bei einer Bipolaren Störung

Neben dem Einsatz von Psychopharmaka kommt bei der Behandlung einer Bipolaren Störung eine Psychotherapie zum Einsatz. Antidepressiva können die Behandlung einer Bipolaren Störung nur ergänzen, tragen jedoch nicht zur Heilung der Erkrankung bei. Hierfür müssen zunächst die genauen Ursachen für das Auftreten der Erkrankung festgestellt werden.

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