Neurose: Eine Ansammlung verschiedener psychischer Symptome

Unter einer Neurose ist eine psychische Störung zu verstehen, für die keine körperlichen Ursachen gefunden werden können. Sollten körperliche Gründe für das seelische Leiden vorliegen, spricht man vom Gegenstück einer Neurose, nämlich einer Psychose.

Unter dem Begriff der Neurose ist eine Vielzahl an psychischen Störungen zu verstehen, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Eine Angststörung oder eine soziale Phobie beispielsweise fallen ebenso in den Bereich der Neurosen wie verschiedene Symptome, die für eine psychische Erkrankung, die manisch depressiv geprägt ist, typisch sind.

Welche Symptome sind für eine Neurose typisch?

Kennzeichnend für eine Neurose sind sogenannte Früh- oder Brückensymptome, die bereits im Jugend- oder gar Kindesalter auftreten können. Grundsätzlich ist die Liste der möglichen Symptome bei einer Neurose sehr lang, daher sollen an dieser Stelle nur einige genannt werden:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Herz- und Atembeschwerden
  • Aggressivität
  • Unsicherheit
  • Ängstlichkeit
  • Panikattacken
  • Zwänge

Auch nervöses Kauen an den Fingernägeln, Essstörungen oder Stottern fallen in den Bereich der Früh- und Brückensymptome.

Wie lässt sich eine Neurose diagnostizieren?

Eine Neurose wird heutzutage nicht mehr als eine solche diagnostiziert, da die neuen Diagnosesysteme eine Neurose als Sammelbegriff für verschiedene psychische Störungen definieren. Entsprechend ist der Begriff der Neurose sehr weit gefasst und beschreibt eine vielseitige Gruppe von verschiedenen Funktionsstörungen.

Die Diagnose einer Neurose wird von einem Psychologen bzw. Psychiater gestellt. Eine Neurose wird diagnostiziert, wenn:

  • die Störungen psychische Ursachen haben
  • den Betroffenen die eigene Erkrankung bewusst ist
  • Geschäftsfähigkeit und Krankheitseinsicht beim Betroffenen erhalten bleiben
  • die Entstehung durch einen frühkindlichen, ungelösten Konflikt ausgelöst wurde.

Wie kann eine Neurose therapiert werden?

Wie bereits erwähnt, ist eine Neurose ein Sammelbegriff für verschiedenste psychische Störungen. Dennoch nimmt die Medizin heutzutage an, dass die verschiedenen neurotischen Störungen eine Gemeinsamkeit haben: Ein aus den Fugen geratenes Gleichgewicht im System der Botenstoffe im menschlichen Gehirn, die für die Signalübertragung verantwortlich sind. Dieses Ungleichgewicht lässt sich durch die Verabreichung von Antidepressiva ausgleichen. Im Wesentlichen stützt sich die Therapie bei einer Neurose daher auf zwei Bereiche: Zum einen die Gabe von Antidepressiva und zum anderen eine Psychotherapie. Allein durch Medikamente lässt sich eine Neurose nicht heilen; hierzu müssen zunächst die Gründe und Ursachen für das Auftreten gefunden werden. Dies kann einzig und allein im Rahmen einer Psychotherapie, beispielsweise in Form einer Gesprächstherapie, erreicht werden. Mit Medikamenten können jedoch die bereits beschriebenen Symptome einer Neurose abgeschwächt werden, sodass der Betroffene eine deutliche Linderung erfahren kann. Hierdurch ist es ihm möglich, seinem gewohnten Tagesablauf wieder nachzugehen, soziale Kontakte zu pflegen und seine Arbeit wieder aufzunehmen. Medikamente können Betroffenen also Linderung verschaffen, jedoch die Neurose an sich nicht beheben. Grund hierfür: Neurotische Störungen lassen sich niemals allein nur auf ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn zurückführen, sondern auch auf Faktoren, welche die Umwelt des Patienten und dessen Psyche betreffen. Eine Psychotherapie ist somit unumgänglich, erfordert vom Patienten jedoch aktive Mitarbeit und Geduld. In aller Regel „befällt“ den Betroffenen eine Neurose nicht über Nacht; ebenso ist eine spontane Heilung innerhalb weniger Tage bei einer Neurose nicht zu erwarten.

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