Die vielen Gesichter einer Neurose

Unter Neurose ist der Sammelbegriff verschiedener psychischer Erkrankungen zu verstehen. Somit handelt es sich bei einer Neurose streng genommen um keine eigenständige Krankheit, sondern die Bezeichnung für eine Vielzahl psychischer Störungen.

Ein typisches Beispiel für eine neurotische Störung ist die Angststörung, unter der vor allem Personen leiden, die manisch depressiv sind oder deren Krankheitsbild eine soziale Phobie ist. Ein Begleitsymptom einer Störung sind Panikattacken, die sich mehr oder weniger häufig im Alltag des Betroffenen zeigen können. Solche Panikattacken gehen einher mit Atemnot, Schwindel, Kurzatmigkeit und einem Engegefühl in der Brust. Der Betroffene verspürt hierbei eine große Angst, schwer krank zu sein oder gleich ohnmächtig zu werden. Es verwundert daher nicht weiter, dass sich viele Personen an einen Arzt oder die Notaufnahme eines Krankenhauses wenden, wenn sie zum ersten Mal eine Panikattacke erleben.

Was ist unter dem Begriff der Neurose zu verstehen?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Neurose um einen Sammelbegriff verschiedener psychischer Störungen und Erkrankungen. Wichtig hierbei ist, dass die jeweilige Störung keine organischen Ursachen hat. In diesem Punkt unterscheidet sich eine Neurose deutlich von einer Psychose, bei der organische Störungen als Ursache in Frage kommen. In vielen Fällen tritt eine Neurose vor allem während einer Lebenskrise auf, wie beispielsweise Arbeitslosigkeit, dem Tod eines nahestehenden Menschen oder einer Scheidung. Darüber hinaus vermuten Psychoanalytiker bis heute, dass eine Neurose durch einen ungelösten Konflikt aus der Kindheit entstehen kann.

Welche Ursachen kommen für eine Neurose in Frage?

Mediziner vermuten eine Vielzahl an verschiedenen Faktoren, die für das Auftreten einer Neurose verantwortlich sein können. Über mögliche Ursachen bestehen jedoch bis heute Zweifel; einig ist sich die Wissenschaft hingegen darüber, dass eine Neurose keine biologischen Ursachen hat. Im Prinzip kann jeder Mensch neurotisch werden, wenn er im Laufe seines Lebens nicht gelernt hat, mit Schicksalsschlägen und Krisen im Leben umzugehen.

Die Behandlung von Neurosen

Die erste Anlaufstelle bei der Behandlung einer Neurose bildet natürlich ein Psychologe bzw. Psychiater. Oftmals wird der Gang zu einem Nervenfacharzt vom Betroffenen jedoch aus falscher Scham unnötig hinausgezögert. Dies erschwert letztlich die Heilung, denn je eher eine Neurose diagnostiziert und therapiert werden kann, umso besser sind die Heilungschancen.

Zunächst wird der Arzt gemeinsam mit dem Patienten versuchen, die Ursachen für das Auftreten der Neurose zu finden. Nicht immer ist dies einfach, denn wie bereits angedeutet, können auch frühkindliche Erfahrungen das Auftreten einer Neurose begünstigen. Damit der Patient jedoch zunächst Erleichterung der Symptomatik verspürt, werden ihm in aller Regel Antidepressiva verordnet. Diese Psychopharmaka können natürlich die Ursache der Neurose nicht beseitigen, jedoch deren zum Teil ausgeprägte Symptomatik abschwächen. Diese Antidepressiva nehmen Einfluss auf die verschiedenen Botenstoffe im Gehirn des Betroffenen und bringen sie wieder in ein gesundes Gleichgewicht. Wichtig ist jedoch, dass die Psychopharmaka regelmäßig und zuverlässig vom Patienten eingenommen werden.

Grundsätzlich hat die Erfahrung gezeigt, dass verschiedene Formen der Psychotherapie bei einer Neurose helfen können. Dies betrifft beispielsweise eine Verhaltens- oder eine Gesprächstherapie. Vielfach verspürt der Patient psychische Entlastung, sobald er mit einem Fachmann ausführlich und regelmäßig über sein bisheriges Leben bzw. einschneidende Lebensereignisse sprechen kann.

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