Angstgefühle können einen Menschen lähmen

Bei einer Angststörung und Angstgedanken handelt es sich um ein eingespieltes Team. Menschen neigen dazu, ihren Gefühlen blind zu vertrauen. Man geht davon aus, dass die eigenen Gefühle stets die Wahrheit sagen. Empfinden wir Wut oder Angst, dann muss auch in der Realität irgendeine Bedrohung vorliegen, so denken wir. In Wirklichkeit jedoch können wir uns nicht immer auf unsere Emotionen verlassen. Gefühle entstehen stets durch unser Denken. Wenn wir der Meinung sind, eine Situation, ein anderer Mensch oder ein Ort wären gefährlich, dann meldet sich unser Gehirn mit Angst, unter Umständen sogar mit Panikattacken. Personen, die eine soziale Phobie kennen, können bestätigen, dass selbst das Zusammensein mit anderen Menschen in ihnen Angst auslösen kann, auch wenn objektiv gesehen keine Bedrohung vorliegt, die Angst rechtfertigen würde. Bei Angst und einer Angststörung handelt es sich somit um ein subjektives Empfinden eines Menschen.

Das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage, zwischen einer realen und einer eingebildeten Gefahr zu unterscheiden. Entsprechend reagiert es auf eine eingebildete Gefahr genauso wie auf eine reale. Der Körper eines Menschen ist der Befehlsempfänger des Gehirns; er reagiert in der Folge mit einer Stressreaktion, unabhängig davon, ob wir uns eine Gefahr nur einbilden oder ob sie real ist.

Wie entstehen Angststörungen?

In jedem Moment des Lebens überprüft unser Gehirn automatisch, ob unser Leben in Gefahr ist. Die Einschätzung unseres Gehirns ist jedoch nicht immer der Situation angemessen; beispielsweise können wir Gefahren sehen, wo keine lauern oder neigen dazu, das Ausmaß der Gefahr zu dramatisieren. In diesen Momenten fordern wir Sicherheit und Kontrolle, die scheinbar fehlt. Möglicherweise über- oder unterschätzen wir auch unsere Bewältigungsmöglichkeiten, die uns in der jeweiligen Situation zur Verfügung stehen. Unser Denken ist also fehlerhaft.

Die Folgen dieses Denkfehlers machen sich an unserem Gemüt bemerkbar. Wir fühlen uns schlechter, als es in der Situation eigentlich sein müsste. So verspüren wir Angst, obwohl gar keine Gefahr besteht oder sehr unwahrscheinlich ist. Unser Gehirn ist ein Weltmeister, wenn es darum geht, sich emotionale Situationen zu merken. Entsprechend werden wir in der Folge Situationen vermeiden, die uns zu einem vorherigen Zeitpunkt als bedrohlich erschienen haben, ganz gleich, ob nun eine Gefahr real vorlag oder nicht. Unter Umständen betäuben wir negative Gefühle mit Suchtmitteln, obwohl es keinerlei Grund für diese Gefühle gibt. Personen, die von einer Angststörung betroffen sind, fühlen sich immer hilfloser, weil sie sich nach Sicherheit sehnen, wo es keine gibt.

Welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen bei ausgeprägten Angststörungen?

Zuallererst sollte man sich mit seinen Problemen an einen Psychiater oder Psychologen wenden. In Einzelgesprächen kann herausgefunden werden, welchen Grund es für das Auftreten von Angststörungen gibt. Wichtig hierbei ist herauszufinden, ob diese Angststörungen nur in bestimmten Situationen oder situationsunabhängig auftreten. Vielleicht lässt sich die Angst mit negativen Erfahrungen in der Vergangenheit begründen. Vielleicht steckt auch eine psychische Erkrankung dahinter, die manisch depressiv geprägt ist.

Als Akuthilfe können therapiebegleitend Medikamente, also Psychopharmaka, eingesetzt werden, die den Betroffenen erste Erleichterung bei einer Angststörung oder einer Neurose im Allgemeinen verschaffen können. Hierdurch wird der Betroffene deutlich an Lebensqualität gewinnen, ein wichtiger Schritt aus dem Weg aus der Angstspirale.

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